Betti

2 Kommentare zu „betti-bildgebung“

  1. MRT-Diagnostik bei chronischen Schmerzen

    Bei chronischen Schmerzen ist ein MRT sinnvoll, wenn es darum geht, spezifische strukturelle Ursachen auszuschließen – zum Beispiel Tumoren, Entzündungen, Frakturen, Bandscheibenvorfälle oder andere relevante Pathologien.

    Wenn diese Ursachen ausgeschlossen sind, wird der Schmerz jedoch häufig als „unspezifisch“ bezeichnet. Genau hier beginnt das eigentliche Problem: Ein unauffälliges MRT bedeutet nicht automatisch, dass keine Ursache vorhanden ist. Es bedeutet lediglich, dass mit dieser Methode keine strukturelle Ursache sichtbar gemacht werden konnte.

    Das MRT kann funktionelle und physikalische Veränderungen der Myofaszie in der Regel nicht darstellen. Genau diese Veränderungen spielen bei chronischen muskuloskelettalen Schmerzen jedoch häufig eine zentrale Rolle. Mit der modernen Ultraschall-Elastographie lassen sich solche Veränderungen schnell, einfach und objektiv sichtbar machen.

    Dabei zeigen sich häufig Regionen erhöhter Gewebesteifigkeit. Diese Areale besitzen oft eine deutlich erniedrigte Schmerzschwelle. Bei kräftigem manuellem Druck oder durch gezielte Reizung mit Stoßwellen können sie typische übertragene Schmerzen auslösen. Genau dieses Phänomen entspricht dem, was myofasziale Triggerpunkte verursachen.

    Die logische Konsequenz lautet: Schmerzen sollten nicht automatisch dort behandelt werden, wo der Patient sie spürt, sondern dort, wo sie entstehen – am Ursprungsort, also an den Triggerpunkten.

    Sind diese Triggerpunkte erst einmal sichtbar und lokalisierbar, können sie gezielt behandelt werden – manuell, mit fokussierten Stoßwellen oder mit repetitiver peripherer Magnetstimulation.

    Ein Schmerz, der zuvor als „unspezifisch“ oder sogar vorschnell als „psychosomatisch“ eingeordnet wurde, kann durch die Ultraschall-Elastographie plötzlich eine objektivierbare, spezifische Ursache erhalten.

    Ärzte wären daher gut beraten, sich mit dieser einfachen und praxisnahen Diagnostik auseinanderzusetzen. Denn nur wenn die Ursache sichtbar wird, kann chronischer Schmerz auch gezielt und kausal behandelt werden.

    1. Dankeschön für Ihren Kommentar.
      Wir sind Ihrer Meinung. Viele Schmerzen lassen sich nicht mittels Blidgebung z.B. MRT darstellen. Die Therapie sollte sich grundsätzlich am biopsychosozialen Modell ausrichten und Schmerzen nicht vorschnell als rein psychosomatisch gesehen werden. Bisher haben wir erweiterte Diagnostikverfahren, wie Ultraschalldiagnostik, noch nicht in Betti eingearbeitet, da sie (noch) nicht in breiter Fläche in der Hausarztpraxis angewandt werden. Wir sind auch sehr gespannt zu sehen wie sich die Bildgebung in Zukunft weiterentwickelt.

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