Im Tool „Betti Bildgebung“ werden einige Tests zur Untersuchung des Bewegungsapparats erwähnt. Diese möchten wir hier erklären. Die Erklärungen dienen nur als Hilfe zur Anwendung der Entscheidungshilfe und ersetzen keine vollständige körperliche Untersuchung.

Bei den Videos handelt es sich um externe Inhalte, für deren Inhalte wir keine Gewähr übernehmen können.

Schultergelenk

Untersuchung der Beweglichkeit – Nackengriff / Schultergriff

Ablauf: Patient*in soll die Hände hinter dem Nacken (Nackengriff) und hinter dem Rücken (Schürzengriff) verschränken
Physiologisch: keine Einschränkung
Pathologisch: nur mit Einschränkungen möglich

  • eingeschränkte Außenrotation und Abduktion (Nackengriff)
  • eingeschränkte Innenrotation, Extension und Adduktion (Schürzengriff)

Untersuchung der Beweglichkeit – Impingement-Test / Painful Arc-Test

Ablauf: Patient*in führt den Arm bogenförmig seitlich über den Kopf
Physiologisch: ohne Einschränkung möglich
Pathologisch:

  • Schmerzen zwischen 60°-120° (V.a. subakromiales Impingement)
  • Schmerzen zwischen 120°-170°C (V.a. Pathologie im Bereich des Acromioclavikulargelenks)
  • Schmerzen während der gesamten Bewegung (unspezifisch, z.B. bei Arthrose)

Untersuchung der Rotatorenmanschette – Jobe-Test

Die Rotatorenmanschette stabilisiert die Schulter, zu ihr zählen vier Muskeln (M. supraspinatus, M. infraspinatus, M. teres minor, M. subscapularis).

Ablauf:

  • Patient*in hebt Arm auf 90°Abduktion, 30°C nach vorne (= auf Höhe der Scapula)
  • Innenrotation der Arme (= Daumen zeigt nach unten)
  • Untersucher*in übt Druck nach unten aus
  • Patient*in hält dagegen

Physiologisch: keine Einschränkungen
Pathologisch: Schmerzen oder Kraftverlust inbesondere im Seitenvergleich, V.a. Läsion der Supraspinatussehne (= Bestandteil der Rotatorenmanschette)

Untersuchung der langen Bicepssehne – Palm-up-Test

Ablauf:

  • Patient*in streckt den Arm nach vorne (90°C Flexion)
  • Handfläche zeigt nach oben (Supination)
  • Untersucher*in übt Druck auf die Handfläche nach unten aus
  • Patient*in hält dagegen

Physiologisch: ohne Einschränkungen möglich
Pathologisch: Schmerz im Bereich der Bicepssehne, Unfähigkeit gegen den Widerstand zu halten, sichtbarer „Ballen“ (V.a. Pathologie der langen Bicepssehne)

Knie

Seitenbänder – Untersuchung der Seitenbänder

Ablauf:

  • Untersuchung bei*m entspannt liegender*n Patient*in
  • Untersuchung in Streckung und 10-20° Beugung
  • Untersucher*in umgreift den Unterschenkel und den distalen Oberschenkel
  • Aufklappen des Kniegelenks nach außen (Varusstress) und innen (Valgusstress)

Physiologisch: keine Aufklappbarkeit in Streckung, seitengleiche Aufklappbarkeit in Beugung
Pathologisch: mediale oder laterale Aufklappbarkeit

Kreuzbänder – Schubladentest

Ablauf:

  • Untersuchung bei*m entspannt liegender*n Patient*in
  • Untersucher*in stellt das 90° gebeugte Knie auf
  • Untersucher*in umgreift die Tibia mit beiden Händen
  • Untersucherin zieht Tibia zu sich hin und drückt sie von sich weg

Physiologisch: keine erhöhte Verschieblichkeit der Tibia im Seitenvergleich
Pathologisch: Erhöhte Verschieblichkeit im Seitenvergleich

Menisken – Steinmann-I-Zeichen

Ablauf:

  • Untersuchung bei*m entspannt liegender*n Patient*in
  • Untersucher*in umfasst den Knöchel mit der einen und das Kniegelenk mit der anderen Hand
  • Untersucher*in beugt das Bein um 90°C
  • Untersucher*in führt schnelle forcierte Innen- und Außenrotation des Unterschenkels durch

Physiologisch: keine Schmerzen
Pathologisch:

  • Schmerzen über dem lateralen Gelenkspalt bei Innenrotation –> V.a. Schädigung Außenmeniskus
  • Schmerzen über dem medialen Gelenkspalt bei Außenrotation –> V.a. Schädigung des Innenmeniskus

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